YES - 5. PLATZ IN NOVE MESTO
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Mit vier Top10-Platzierungen ist die Bilanz des Worldcup-Wochenendes im tschechischen Nove Mesto für das «Multivan Merida Biking Team» sehr erfreulich. Für das eigentliche Highlight sorgte dabei Ralph Näf mit seinem fünften Rang.
Für José Hermida und Jochen Käß begann das Worldcup-Wochenende bereits am Mittwoch. Auf der Anreise nach Nove Mesto machten die beiden in Prag Halt - und starteten beim «Stairs Race». Dabei zeigte sich, dass sich die jüngsten Trainingseinheiten für José Hermida gelohnt haben: Denn auf dem kurzen Rundkurs warteten Rampen mit bis zu 19 Prozent Steigung und eine Abfahrt über 250 Treppenstufen auf die Fahrer. Hermida konnte das traditionelle Stadtrennen für sich entscheiden: «Ich habe mich schnell gefühlt und darum auf der drittletzten Runde angegriffen. Der Parcours war brutal, das Rennen aber ein super Training». Auch Jochen Käß konnte mit Rang Vier in Prag Selbstvertrauen tanken.
Am Freitag Nachmittag traten José Hermida, Rudy van Houts und Jochen Käß in Nove Mesto zum zweiten Worldcup-Rennen des Formats Crosscountry Eliminator an. Dabei blieb Hermida schon in der Qualifikation hängen, weil er sich bezüglich der Lage des Zielstrichs geirrt hatte. Rudi van Houts und Jochen Käß schafften es ins Rennen. Für van Houts war im Viertelfinale Schluss, Käß hingegen kämpfte sich bis ins Halbfinale vor. «Dort bog ich an Vierter Position in die Zielgerade ein, aber leider fand ich dann im Sprint um die Finalplätze keine Lücke. Im kleinen Finale um Rang Sieben wurde ich dann Dritter und damit insgesamt Neunter.» Damit war die erste Top10-Platzierung des Wochenendes in trockenen Tüchern.
Nach zwei Siegen in der MTB Bundesliga trat Gunn-Rita Dahle Flesjå am Sonntag Morgen mit viel Selbstvertrauen zum Crosscountry-Rennen der Damen an. Bei Temperaturen um 10 Grad entging die Norwegerin gleich nach dem Start einem Sturz, konnte den Anschluss an die Schnellsten aber rasch wieder herstellen und fuhr in einem taktischen, von grösseren Gruppen geprägten Rennen zeitweise auf Rang Drei. «Leider hab ich dann bei einem kleinen Sturz eine Pedale beschädigt, so dass ich den Fuss nicht mehr sicher einrasten konnte. Das hat auf den Abfahrten sicher etwas Zeit gekostet, und wenn ich sehe, dass ich auf Rang Drei keine 45 Sekunden verloren habe, wäre eine Podestplatzierung heute möglich gewesen.» Statt dessen resultierte wegen der geringen Zeitabstände Rang Acht.
Bei den Herren zeigte Ralph Näf ein beherztes Rennen: Aus der vierten Startreihe schoss er gleich nach dem Start ganz an die Spitze des Rennens. Danach fuhr er Runde für Runde in einer hochkarätigen Spitzengruppe mit 5 Mann, die erst in der zweitletzten Runde auseinander fiel. «Obwohl ich mir das anders vorgenommen hatte, fehlte mir das Selbstvertrauen, um in technischen Passagen die Führung zu übernehmen. Dadurch verlor ich immer wieder an Terrain und musste Kraft investieren, um Lücken zu schliessen», so Näf zu seinem Rennen. «Diese Kraft hat mir dann gefehlt, als die Entscheidung um die ersten drei Plätze fiel. Dass es mir dennoch zu Rang Fünf und erstmals seit zwei Jahren wieder zum Sprung aufs Podium gereicht hat, ist mental enorm wichtig für mich. Und dieser Erfolg kommt genau zur richtigen Zeit, mitten hinein in die heisse Phase der Olympia-Selektion.» Tatsächlich hat Näf mit Rang 5 gewichtige Argumente auf seiner Seite.
Anders als Ralph Näf erlebte José Hermida eine frustrierende Startrunde: Aus der ersten Reihe gestartet, fand sich der Spanier nach wenigen Minuten nur auf Rang 18 wieder. «Nach den besonders auf Spritzigkeit ausgelegten Trainings wollte ich besser starten. Ich weiss auch nicht, wo es geklemmt hat, aber immerhin konnte ich mich wieder bis in die Top10 vorarbeiten und damit den Schaden in Grenzen halten», meinte Hermida zum Rennen, in dem er es nie nach vorne an die Spitze schaffte. Auch Rudy van Houts fuhr in der ersten Rennhälfte noch um Rang Zehn: «Aber ich musste immer wieder Lücken zu den anderen zufahren, und das hat Kraft gekostet. Rang 16 ist in Ordnung, ich hoffe, dass ich das in La Bresse nochmals besser kann.»
Etwas ratlos war Jochen Käss, der nie richtig auf Touren kam und dafür keine Erklärung fand. «Vielleicht hab ich mir mit dem Rennen in Prag und dem Sprintrennen am Freitag einfach zu viel zugemutet. Auf jeden Fall hat mir heute die letzte Konsequenz gefehlt, um mich in Duellen während des Rennens zu behaupten, was für mich selbst enttäuschend ist. Nun gilt es, mich zu erholen und in La Bresse nochmals alles zu geben.» Dem pflichtet auch Andreas Rottler bei, Manager vom «Multivan Merida Biking Team»: «Jochen hat nach dem verhauenen Rennen in Nove Mesto in La Bresse nochmals eine Chance, um sich aus eigener Kraft für London zu qualifizieren, statt auf eine Entscheidungen des Bundestrainers angewiesen zu sein. Der Rest des Teams hat in Nove Mesto die Erwartungen erfüllt. Dass José Hermida nach so einem Start noch in die Top10 fährt, zeugt von Klasse. Besonders Ralph Näfs Rückkehr aufs Podium ist auch für das Team ein schöner Erfolg, zumal dies Näf näher an die Olympischen Spiele bringt.»
Bereits in einer Woche steht im französischen La Bresse das vierte Rennen des Crosscountry-Worldcups statt.
Resultat Herren:
1. Nino Schurter, SUI/Scott-Swisspower, in 1:26.46 Stunden
2. Jaroslav Kulhavy, CZE/Specialized Racing, + 0.06
3. Burry Stander, RSA/Specialized Racing, + 0.17
4. Marco Fontana, ITA/Cannondale Factory Racing, + 0.46
5. Ralph Näf, SUI/Multivan Merida Biking Team, + 0.47
6. Moritz Milatz, GER/BMC MTB Racing Team, + 1.14
7. Fabian Giger, SUI/Rabobank Giant Offroad Team, + 1.20
8. Florian Vogel, SUI/Scott-Swisspower, + 1.32
9. Sergio Mantecon, ESP/Wildwolf-Trek, + 1.43
10. José Hermida, ESP/Multivan Merida Biking Team, + 1.47
16. Rudi van Houts, NED/Multivan Merida Biking Team, + 3.13
33. Jochen Käß, GER/Multivan Merida Biking Team, + 5.11
Resultat Damen:
1. Julie Bresset, FRA/BH-SR Suntour-Val Pesey, in 1:29.17 Stunden
2. Irina Kalentieva, RUS/Topeak Ergon Sports, + 0.29
3. Katerina Nash, CZE/Luna Chix, + 0.48
4. Gloria Gould, USA/Luna Chix, + 0.59
5. Blaza Klemencic, SLO/X-Bionic Felt Oetztal, st
6. Catharine Pendrel, CAN/Luna Chix, + 1.10
7. Maja Wloszczowska, POL/CCC Polsat. + 1.17
8. Gunn-Rita Dahle Flesjå, NOR/Multivan Merida Biking Team + 1.32
9. Marie-Hélène Prémont, CAN/Rocky Mountain Bikes + 2.11
10. Emily Batty, CAN/Subaru-Trek, + 2.56
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